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Versorgungsausgleich – Dauer einer Scheidung

Wer die Scheidung einreicht, möchte häufig das Verfahren möglichst schnell hinter sich bringen. Dies gilt erst recht, wenn kein Streit besteht und daher das Gericht über streitige  Folgesachen nicht zu entscheiden braucht. Allerdings ergibt sich auch bei einer einvernehmlichen Scheidung eine gewisse Verfahrensdauer, da von Amts wegen der Versorgungsausgleich durchgeführt wird. Zu diesem Zweck erhalten die Beteiligten ein Formular zur Auskunftserteilung. Nach Rücksendung führt das Familiengericht bei den Rentenversicherungsträgern eine Kontenklärung durch. Dies nimmt in der Regel mehrere Monate in Anspruch. Das amtliche Formular zum Versorgungsausgleich können Sie auch bei uns auf der Seite Download herunterladen und sich dieses näher ansehen oder auch schon vorbreitend für Ihr Scheidungsverfahren ausfüllen. Die Übersendung an das Gericht schon zu Beginn des Verfahrens oder bereits zusammen mit dem Scheidungsantrag kann das Verfahren beschleunigen.

Abtrennung Versorgungsausgleich (VA)

Um das Scheidungsverfahren nicht aufgrund langer Kontenklärungszeiten unnötig in die Länge zu ziehen, kann nach § 140 Abs. 2 Nr. 4 FamFG der Versorgungsausgleich abgetrennt und über die Scheidung vorab entschieden werden, wenn

  1. seit der Rechtshängigkeit des Antrags auf Scheidung (Zustellung des Scheidungsantrags beim Antragsgegner) ein Zeitraum von drei Monaten verstrichen ist und
  2. beide Ehegatten die erforderlichen Mitwirkungshandlungen in der Versorgungsausgleichsfolgesache vorgenommen haben und
  3. beide übereinstimmend deren Abtrennung beantragen.

Zu beachten ist hierbei, dass die dreimonatige Frist frühestens mit Ablauf des Trennungsjahres beginnt. Wird die Versorgungsausgleichsfolgesache abgetrennt, entscheidet das Familiengericht vorab über die Scheidung und später mit gesondertem Beschluss über den Versorgungsausgleich. Das Gericht bestimmt daher direkt den Scheidungstermin, indem die Scheidung ausgesprochen wird und entscheidet später in einem weiteren Beschluss über den Versorgungsausgleich, wenn alle Auskünfte vorliegen und die Versorgungsausgleichssache entscheidungsreif ist.

Der Antrag unterliegt nicht dem Anwaltszwang, so dass dieser auch durch den nicht anwaltlich vertretenen Ehegatten gestellt werden kann. Ein Muster eines entsprechenden Schreibens finden Sie auf unserer Seite Download oder direkt hier.

Grundsätzlich fallen weder beim Gericht noch dem Rechtsanwalt zusätzliche Gebühren an, so dass die Kosten des Scheidungsverfahrens nicht höher werden, wenn der Versorgungsausgleich abgetrennt wird. Die Abrechnung erfolgt einheitlich als Verbund.

Nachteil im Falle einer Abtrennung könnte unter Umständen sein, dass das Gericht einen weiteren Termin für den noch zu entscheidenden Versorgungsausgleich anberaumt, was in der Praxis selten vorkommt, da meist im Einverständnis der Beteiligten  ohne mündliche Verhandlung im schriftlichen Verfahren entschieden wird.


Ihre Scheidung ist eine sehr persönliche und individuelle Angelegenheit.
So sollte diese auch behandelt werden.


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Auszug aus dem FamFG

§ 140 Abtrennung

(1) Wird in einer Unterhaltsfolgesache oder Güterrechtsfolgesache außer den Ehegatten eine weitere Person Beteiligter des Verfahrens, ist die Folgesache abzutrennen.

(2) Das Gericht kann eine Folgesache vom Verbund abtrennen. Dies ist nur zulässig, wenn

  1. in einer Versorgungsausgleichsfolgesache oder Güterrechtsfolgesache vor der Auflösung der Ehe eine Entscheidung nicht möglich ist,
  2. in einer Versorgungsausgleichsfolgesache das Verfahren ausgesetzt ist, weil ein Rechtsstreit über den Bestand oder die Höhe eines Anrechts vor einem anderen Gericht anhängig ist,
  3. in einer Kindschaftsfolgesache das Gericht dies aus Gründen des Kindeswohls für sachgerecht hält oder das Verfahren ausgesetzt ist,
  4. seit der Rechtshängigkeit des Scheidungsantrags ein Zeitraum von drei Monaten verstrichen ist, beide Ehegatten die erforderlichen Mitwirkungshandlungen in der Versorgungsausgleichsfolgesache vorgenommen haben und beide übereinstimmend deren Abtrennung beantragen oder
  5. sich der Scheidungsausspruch so außergewöhnlich verzögern würde, dass ein weiterer Aufschub unter Berücksichtigung der Bedeutung der Folgesache eine unzumutbare Härte darstellen würde, und ein Ehegatte die Abtrennung beantragt.

(3) Im Fall des Absatzes 2 Nr. 3 kann das Gericht auf Antrag eines Ehegatten auch eine Unterhaltsfolgesache abtrennen, wenn dies wegen des Zusammenhangs mit der Kindschaftsfolgesache geboten erscheint.

(4) In den Fällen des Absatzes 2 Nr. 4 und 5 bleibt der vor Ablauf des ersten Jahres seit Eintritt des Getrenntlebens liegende Zeitraum außer Betracht. Dies gilt nicht, sofern die Voraussetzungen des § 1565 Abs. 2 des Bürgerlichen Gesetzbuchs vorliegen.

(5) Der Antrag auf Abtrennung kann zur Niederschrift der Geschäftstelle oder in der mündlichen Verhandlung zur Niederschrift des Gerichts gestellt werden.

(6) Die Entscheidung erfolgt durch gesonderten Beschluss; sie ist nicht selbständig anfechtbar.