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Wie teuer ist eine Scheidung tatsächlich?

 

Kosten einvernehmliche Scheidung für Anwalt und Gericht und der Verfahrenswert

Kurz erklärt: Kosten der Scheidung

 

Die Kosten einer Scheidung sind gesetzlich geregelt und richten sich nach dem vom Gericht festzusetzenden Verfahrenswert. Im Scheidungsverfahren beträgt der Verfahrenswert insgesamt grundsätzlich wenigstens EUR 4.000,00. Dies entspricht Kosten für das Gericht und einen Rechtsanwalt in Höhe von insgesamt 1.027,50 EUR.

 

Wie setzt sich der Verfahrenswert zusammen und wie berechnen sich die Kosten der Scheidung?

Grundsätzliches haben Sie bereits auf unserer Seite Kosten erfahren. Hier erfahren Sie, wie sich Ihre Scheidungskosten konkret berechnen. Gerne sichern auch wir Ihnen zu, im Rahmen der Scheidung Online nur die gesetzlichen Mindestgebühren zu berechnen, so dass

Ihr Scheidungsverfahren zu den geringstmöglichen Kosten*

durchgeführt wird. Gleiches gilt für die Kosten bei einem Verfahren zur Aufhebung einer Lebenspartnerschaft.

Tabelle: Kosten Scheidung für Rechtsanwalt und Gericht
© RA Steinbach – Gebührentabelle Kosten Scheidung

Was kostet eine Scheidung? Für die Kosten der Scheidung ist sowohl für die Gerichtskosten wie auch für die Rechtsanwaltsgebühren der Verfahrenswert (nicht „Streitwert“) maßgebend. Dieser wird anhand der Einkommens- und Vermögensverhältnisse der Beteiligten ermittelt und endgültig am Ende des verfahrens durch das Familiengericht festgesetzt. Wie der Verfahrenswert konkret ermittelt wird, können Sie unten nachlesen. Steht der Verfahrenswert am Ende des Verfahrens fest, lassen sich die gesetzlichen Gebühren für den Rechtsanwalt und das Gericht leicht ermitteln. Diese können Sie der nachfolgend im PDF-Format bereitgestellten Tabelle entnehmen:

Gebührentabelle Scheidung PDF-Format


Der beste Kostenrechner für Ihre einvernehmliche Scheidung sind Sie selbst. Nur wer versteht, wie die Kosten ermittelt werden, kann überprüfen, ob die übersandte Kostenschätzung als realistische Grundlage für die eigene Kalkulation herangezogen werden kann oder ein Kostenrechner im Netz tatsächlich praxistaugliche Ergebnisse liefert.


Dass der Verfahrenswert durch Gerichte bei einer einvernehmlichen Scheidung um bis zu 25% -30% gesenkt wird, entspricht nicht der gängigen Praxis, auch wenn auf anderen Seiten ein anderer Eindruck erweckt wird oder werden soll. Mehr als 50% aller Scheidungen sind einvernehmlich, was bei den im Gesetz vorgegebenen Werten berücksichtigt ist. Eine entsprechende Verfahrenswertreduzierung  sollte daher zur realistischen Abschätzung der entstehenden Kosten nicht einkalkuliert werden. mehr Informationen …

Info: (Keine) Kostensenkung durch Rechtsmittelverzicht


Übrigens: einen gratis Kostenvoranschlag bei einer Scheidung gibt es nicht, wird Ihnen aber bei vielen Online-Scheidungen so verkauft, um ein individuelles Angebot zu suggerieren.

Verfahrenswert (Streitwert) Scheidung und Folgesachen

Verfahrenswert Scheidung

Der Gegenstandswert / Verfahrenswert errechnet sich für das Scheidungsverfahren aus dem 3fachen monatlichen Nettoeinkommen beider Ehegatten, wobei der Mindestwert EUR 3.000,00 beträgt (§ 43 FamGKG).

Beispiel: Die Ehefrau hat ein ein Nettoeinkommen von EUR 1.500,00 und der Ehemann EUR 2.500,00, so dass das Gesamteinkommen EUR 4.000,00 beträgt. Der dreifache Betrag ergibt einen Gegenstandswert von EUR 12.000,00.

Kindergeld erhöht das Einkommen bei demjenigen, der es bezieht. Dies gilt nur bei einigen Gerichten. Unterhaltsberechtigte Kinder können den Verfahrenswert mindern. Viele Gerichte nehmen hier einen Abschlag in Höhe von EUR 250,00 oder 350,00 pro Kind und Monat vor.

Auch wenn oft entsprechendes im Rahmen der Verfahrenswertfestetzung unberücksichtigt bleibt, soll hier nicht unerwähnt bleiben, dass grundsätzlich auch das gemeinsame Vermögen abzüglich der Verbindlichkeiten bei der Berechnung einzubeziehen ist. Hier wird in der Regel 5-10% des Nettovermögens in Ansatz gebracht, wobei hier teilweise Freibeträge in Abzug gebracht werden.

Verfahrenswert Versorgungsausgleich (Folgesache)

Der in der Regel durchzuführende Versorgungsausgleich wird mit einem Verfahrenswert von mindestens EUR 1.000,00 berücksichtigt. Eine genaue Festsetzung kann durch das Gericht erst erfolgen, wenn bekannt ist, was im Rahmen des Versorgungsausgleichs zu berücksichtigen ist. Nach § 50 FamGKG beträgt der Verfahrenswert für jedes Anrecht 10 Prozent des 3fachen Monatsnettoeinkommen beider Ehegatten, mindestens jedoch EUR 1000,00. Der Mindestwert wird in der Regel auch angesetzt, wenn der Versorgungsausgleich aufgrund kurzer Ehezeit oder Vereinbarung nicht durchzuführen* ist (so u.a. OLG Karlsruhe).

Beispiel: Beide Ehegatten sind jeweils in der gesetzlichen Rentenversicherung, so dass 2 Anrechte zu berücksichtigen sind. Anhand des obigen Beispiels (EUR 12.000,00 gemeinsames 3faches Nettoeinkommen) ergibt sich ein Betrag pro Versorgung in Höhe von EUR 1.200,00 (10% von EUR 12.000,00). Der Versorgunsausgleich ist daher mit einem Gegenstandswert in Höhe von EUR 2.400,00 anzusetzen. Hat der Ehemann z.B. außerdem eine betriebliche Altersversorgung, erhöht sich der Gegenstandswert um weitere EUR 1.200,00.

Hinweis Versorgungsausgleich: Viele Kostenrechner und Beispielsberechnungen im Internet berücksichtigen nicht, dass auch bei einem nicht durchzuführenden Versorgungsausgleich meist ein Verfahrenswert durch die Gerichte angesetzt wird. So kommt beispielsweise das OLG Karlsruhe mit Beschluss vom 26.05.2010 zu dem Ergebnis, dass auch dann Rechtsanwaltsgebühren anfallen, wenn nach kurzer Ehedauer ein Versorgungsausgleich gem. § 3 Abs. 3 VersAusglG nicht stattfindet. Entsprechendes sollte daher, um Überraschungen zu vermeiden, bei der Kalkulation der Scheidungskosten berücksichtigt werden. Wer also einen Kostenvoranschlag, dessen Begriff bereits irreführend ist, erhält, bei dem der Versorgungsausgleich (auch bei Nichtdurchführung)  nicht berücksichtigt ist, hat nur einen Teil der zu erwartenden Kosten genannt bekommen. Es kommt zwar durchaus vor, dass das Familiengericht entgegen der obergerichtlichen Rechtsprechung den Wert für den Versorgungsausgleich zu niedrig oder aber gar nicht festsetzt, wogegen man sich nicht beschweren, jedoch auch keinesfalls damit kalkulieren sollte.

Kosten Scheidung ohne Versorgungsausgleich

Die meisten Familiengerichte nehmen bei einem nicht durchzuführenden Versorgungsausgleich wegen kurzer Ehezeit oder Ausschluss aufgrund Vereinbarung einen Verfahrenswert in Höhe von EUR 1.000,00 (Mindestwert), wenige wie oben erläutert 10 Prozent des 3fachen Monatsnettoeinkommen beider Ehegatten pro nicht ausgeglichener Versorgung für das Versorgungsausgleichsverfahren an.

Verfahrenswert weitere Folgesachen

Sind weitere Scheidungsfolgen durch das Gericht zu entscheiden, werden auch für diese ein Verfahrenswert festgesetzt. Diese werden, wenn diese innerhalb des Scheidunsgverbundes verhandelt werden, zu den obigen Werten hinzuaddiert.


 

Was kostet eine Scheidung konkret?

Nach Ermittlung des Gesamtverfahrenswertes werden die Gerichtskosten und Anwaltsgebühren entsprechend den gesetzlichen Vorgaben berechnet. In dem Beispiel oben ergibt sich ein Gesamtwert in Höhe EUR 14.400,00 (EUR 12.000,00 Ehescheidung + EUR 2.400,00 Versorgungsausgleich), so dass für eine einvernehmliche Scheidung in unserem Beispiel insgesamt Kosten in Höhe EUR 2.543,55 anfallen, wie Sie unserer Gebührentabelle entnehmen können.

Da alleine das Gericht den Verfahrenswert festsetzt, wird auch von diesem vorgegeben, wie hoch die Kosten für den Scheidungsanwalt sind.

Info: Festsetzung des Verfahrenswertes am Ende des Verfahrens durch den zuständigen Familienrichter

Die Zahlen basieren auf den gesetzlichen Mindestgebühren.

Was kostet eine Scheidung mindestens?

Da der Wert der Scheidung mit mindestens EUR 3.000,00 angesetzt und der Versorgungsausgleich auch bei Nichtdurchführung mit EUR 1.000,00 zu berücksichtigen ist, beträgt der Verfahrenswert im Scheidungsverfahren insgesamt grundsätzlich wenigstens EUR 4.000,00. Dies entspricht Kosten für das Gericht und den Rechtsanwalt in Höhe von insgesamt 1.027,50 EUR.

Wer Ihnen Beispielsberechnungen mit einem Verfahrenswert von EUR 3.000,00 auf seiner Seite präsentiert, kennt die gerichtliche Praxis wahrscheinlich nicht.

Auch bei einer Kurzehe (Ehezeit geringer als 3 Jahre) werden die Kosten der Scheidung wie oben dargelegt berechnet.

Die Scheidung ohne Streit und Teilung der Kosten ist die günstigste Möglichkeit, sich scheiden zu lassen.

 

Ratenzahlung Kosten Scheidungsanwalt

Sprechen Sie uns auf die Möglichkeit einer Ratenzahlung an. Soweit Sie die Kosten für einen Rechtsanwalt und das Gericht aus eigenen Mitteln für Ihre Scheidung nicht bestreiten können, da Ihr Einkommen niedrig oder die monatlichen Belastungen hoch sind, beantragen wir für Sie die Bewilligung von Verfahrenskostenhilfe (§§ 76 FamFG) im Scheidungsverfahren. Für die von Ihnen hierzu zu machenden Angaben, finden Sie im Bereich Downloads das entsprechende Formular (nebst Erläuterungen), welches Sie bequem am Bildschirm ausfüllen können.

 

Kosten Scheidung online

Da eine sog. Online Scheidung kein besonderes Verfahren ist, sondern lediglich die Möglichkeit bezeichnet, einen Scheidungsanwalt online zu beauftragen, ergeben sich bei den Kosten der Scheidung keine Besonderheiten. Anpreisungen einer günstigen Scheidung oder einer Nirgendwo-Günstiger-Garantie bei einigen Anbietern einer Online Scheidung sind Formulierungen eines fragwürdigen Marketings, die Ihnen am Ende keine Kosten einsparen werden. Auch die sog. Kostensenkung durch „Streitwertreduzierung“ sollten Sie bei Kalkulation der Kosten zur Vermeidung einer bösen Überraschung bei der Schlussrechnung nicht berücksichtigen. Egal ob Sie Anwalt A oder Anwalt B beauftragen, die Kosten werden am Ende gleich hoch sein. Schauen Sie bei einer Online Scheidung in das Impressum. Steht dort keine Anwaltskanzlei, möchte jemand an Ihrer Scheidung mitverdienen, indem Sie von dort aus, an einen Anwalt vermittelt werden. Dies ist der einzige Geschäftszweck der entsprechenden Gesellschaft, wie Sie hier nachlesen können.

Bei der Suche eines Scheidungsanwaltes sollten Sie sich daher alleine darauf konzentrieren, mit wem Sie sich eine vertrauensvolle Zusammenarbeit vorstellen können. Dies unabhängig davon, ob Sie eine Beauftragung in der Kanzlei vor Ort oder online bevorzugen. Die günstigste Scheidung ist immer die einvernehmliche Scheidung. Egal ob Sie Anwalt A oder Anwalt B beauftragen.

 

Scheidung online einreichen - Rechtsanwalt informiert Sie online und per Telefon zum Ablauf und den Kosten der Scheidung Scheidung beantragen: Veranlassen Sie alles hierzu bundesweit bequem online von zu Hause aus.  Für Fragen zum Ablauf und den voraussichtlichen Kosten stehen wir Ihnen gerne unter ✆ 06251 8565952 zur Verfügung. Wir reichen für Sie die Scheidung ein und begleiten Sie Schritt für Schritt bis zum Scheidungsbeschluss.

Direkt zur Anfrage Scheidung Online ↗

TIPP: Schauen Sie bei den verschiedenen Anbietern einer „Scheidung online“ in das Impressum, damit Sie wissen, wem Sie online Ihr Vertrauen schenken. Wo keine Anwaltskanzlei als Anbieter angegeben ist, werden Sie wahrscheinlich nur vermittelt und ein Dritter möchte an Ihrer Scheidung mitverdienen.

Ihre Scheidung ist eine sehr persönliche und individuelle Angelegenheit. So sollte diese auch behandelt werden.


Streitwert der Scheidung

Dem nachfolgenden Gesetzestext können Sie auch entnehmen: Der Gegenstandswert in einem familienrechtlichen Verfahren nennt sich anders als im Gerichtskostengesetz (GKG) immer Verfahrenswert und nicht Streitwert. Lassen Sie sich daher bei den vielen falschen Begrifflichkeiten auf Seiten im Internet zum Thema Scheidung nicht verwirren. Es gibt auch keine besonderen Kosten der Online Scheidung.


 

Auszug aus dem

Gesetz über Gerichtskosten in Familiensachen (FamGKG)

§ 43 Ehesachen

(1) In Ehesachen ist der Verfahrenswert unter Berücksichtigung aller Umstände des Einzelfalls, insbesondere des Umfangs und der Bedeutung der Sache und der Vermögens- und Einkommensverhältnisse der Ehegatten, nach Ermessen zu bestimmen. Der Wert darf nicht unter 3 000 Euro und nicht über 1 Million Euro angenommen werden.
(3) Für die Einkommensverhältnisse ist das in drei Monaten erzielte Nettoeinkommen der Ehegatten einzusetzen.

§ 50 Versorgungsausgleichssachen

(1) In Versorgungsausgleichssachen beträgt der Verfahrenswert für jedes Anrecht 10 Prozent, bei Ausgleichsansprüchen nach der Scheidung für jedes Anrecht 20 Prozent des in drei Monaten erzielten Nettoeinkommens der Ehegatten. Der Wert nach Satz 1 beträgt insgesamt mindestens 1 000 Euro.
(2) In Verfahren über einen Auskunftsanspruch oder über die Abtretung von Versorgungsansprüchen beträgt der Verfahrenswert 500 Euro.
(3) Ist der nach den Absätzen 1 und 2 bestimmte Wert nach den besonderen Umständen des Einzelfalls unbillig, kann das Gericht einen höheren oder einen niedrigeren Wert festsetzen.

 


 

Kostenschätzung Ihrer Scheidung Online

Die voraussichtlichen Kosten Ihrer Scheidung teilen wir Ihnen gerne kostenfrei telefonisch unter

06251 8565952 oder per E-Mail

mit. Hierzu benötigen wir von Ihnen wenigstens folgende Angaben:

– mtl. Nettoeinkommen Ehefrau
– mtl. Nettoeinkommen Ehemann
– Anzahl der gemeinsamen unterhaltsberechtigten Kinder
– Wurde der Versorgungsausgleich wirksam ausgeschlossen?
– Wieviel Versorgungen sind beim Versorgungsausgleich zu berücksichtigen?

Auf Wunsch überprüfen wir auch einen Ihnen bereits vorliegenden „Kostenvoranschlag“ auf Vollständig- und Richtigkeit.

Wir rechnen die Kosten für Sie nicht schön, um unser Angebot günstig erscheinen zu lassen, sondern geben Ihnen eine realistische Einschätzung der zu erwartenden Kosten Ihrer Scheidung. Die Höhe der Scheidungskosten ist alleine abhängig von der Verfahrenswertfestsetzung durch das Familiengericht. Durch unsere praxisnahe Schätzung werden Sie vor „bösen Überraschungen“ nach Abschluss des Verfahrens bewahrt.

Gerne können Sie auch unser Online-Formular verwenden:

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