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Wie teuer ist eine Scheidung tatsächlich?

Kosten einvernehmliche Scheidung – die Höhe der Kosten der Scheidung für Anwalt und Gericht

Wie setzt sich der Verfahrenswert zusammen und wie berechnen sich die Kosten der Scheidung?

Grundsätzliches haben Sie bereits auf unserer Seite Kosten erfahren. Hier erfahren Sie, wie sich Ihre Scheidungskosten konkret berechnen. Gerne sichern auch wir Ihnen zu, im Rahmen der Scheidung Online nur die gesetzlichen Mindestgebühren zu berechnen, so dass

Ihr Scheidungsverfahren zu den geringstmöglichen Kosten*

durchgeführt wird. Gleiches gilt für die Kosten bei einem Verfahren zur Aufhebung einer Lebenspartnerschaft.

Tabelle: Kosten für Rechtsanwalt und Gericht bei Scheidung
Gebührentabelle Scheidungskosten

Für die Kosten der Scheidung ist sowohl für die Gerichtskosten wie auch für die Rechtsanwaltsgebühren der Verfahrenswert („Streitwert“) maßgebend. Dieser wird anhand der Einkommens- und Vermögensverhältnisse der Beteiligten ermittelt und durch das Familiengericht festgesetzt. Wie dieser konkret ermittelt wird, können Sie unten nachlesen. Steht der Verfahrenswert fest, lassen sich die gesetzlichen Kosten für den Rechtsanwalt und das Gericht leicht ermitteln. Diese können Sie der nachfolgend im PDF-Format bereitgestellten Tabelle entnehmen:

Gebührentabelle Scheidung PDF-Format

Dass der Verfahrenswert durch Gerichte bei einer einvernehmlichen Scheidung um bis zu 25% -30% gesenkt wird, entspricht nicht der gängigen Praxis, auch wenn auf anderen Seiten ein anderer Eindruck erweckt wird oder werden soll. Mehr als 50% aller Scheidungen sind einvernehmlich, was bei den im Gesetz vorgegebenen Werten berücksichtigt ist. Eine entsprechende Verfahrenswertreduzierung  sollte daher zur realistischen Abschätzung der entstehenden Kosten nicht einkalkuliert werden. mehr Informationen …

Info: Kostensenkung durch Rechtsmittelverzicht


 

Verfahrenswert (Streitwert) Scheidung und Folgesachen

Verfahrenswert Scheidung

Der Verfahrenswert errechnet sich für das Scheidungsverfahren aus dem 3fachen monatlichen Nettoeinkommen beider Ehegatten, wobei der Mindestwert EUR 3.000,00 beträgt (§ 43 FamGKG).

Beispiel: Die Ehefrau hat ein ein Nettoeinkommen von EUR 1.500,00 und der Ehemann EUR 2.500,00, so dass das Gesamteinkommen EUR 4.000,00 beträgt. Der dreifache Betrag ergibt einen Gegenstandswert von EUR 12.000,00.

Kindergeld erhöht das Einkommen bei demjenigen, der es bezieht. Unterhaltsberechtigte Kinder können den Streitwert mindern. Einige Gerichte nehmen hier einen Abschlag in Höhe von EUR 250,00 oder 350,00 vor.

Auch wenn oft entsprechendes im Rahmen der Verfahrenswertfestetzung unberücksichtigt bleibt, soll hier nicht unerwähnt bleiben, dass grundsätzlich auch das gemeinsame Vermögen abzüglich der Verbindlichkeiten bei der Berechnung einzubeziehen ist. Hier wird in der Regel 5-10% des Nettovermögens in Ansatz gebracht, wobei hier teilweise Freibeträge in Abzug gebracht werden.

Verfahrenswert Folgesache Versorgungsausgleich

Der in der Regel durchzuführende Versorgungsausgleich wird mit mindestens EUR 1.000,00 berücksichtigt. Eine genaue Festsetzung kann durch das Gericht erst erfolgen, wenn bekannt ist, was im Rahmen des Versorgungsausgleichs zu berücksichtigen ist. Nach § 50 FamGKG beträgt der Verfahrenswert für jedes Anrecht 10 Prozent des 3fachen Monatsnettoeinkommen beider Ehegatten, mindestens jedoch EUR 1000,00. Der Mindestwert wird in der Regel auch angesetzt, wenn der Versorgungsausgleich aufgrund kurzer Ehezeit oder Vereinbarung nicht durchzuführen* ist (so u.a. OLG Karlsruhe).

Beispiel: Beide Ehegatten sind jeweils in der gesetzlichen Rentenversicherung, so dass 2 Anrechte zu berücksichtigen sind. Anhand des obigen Beispiels (EUR 12.000,00 gemeinsames 3faches Nettoeinkommen) ergibt sich ein Betrag pro Versorgung in Höhe von EUR 1.200,00 (10% von EUR 12.000,00). Der Versorgunsausgleich ist daher mit einem Gegenstandswert in Höhe von EUR 2.400,00 anzusetzen. Hat der Ehemann z.B. außerdem eine betriebliche Altersversorgung, erhöht sich der Gegenstandswert um weitere EUR 1.200,00.

Hinweis Versorgungsausgleich: Viele Kostenrechner und Beispielsberechnungen im Internet berücksichtigen nicht, dass auch bei einem nicht durchzuführenden Versorgungsausgleich meist ein Verfahrenswert durch die Gerichte angesetzt wird. So kommt beispielsweise das OLG Karlsruhe mit Beschluss vom 26.05.2010 zu dem Ergebnis, dass auch dann Rechtsanwaltsgebühren anfallen, wenn nach kurzer Ehedauer ein Versorgungsausgleich gem. § 3 Abs. 3 VersAusglG nicht stattfindet. Entsprechendes sollte daher, um Überraschungen zu vermeiden, bei der Kalkulation der Scheidungskosten berücksichtigt werden. Wer also einen Kostenvoranschlag, dessen Begriff bereits irreführend sein kann, erhält, bei dem der Versorgungsausgleich (auch bei Nichtdurchführung)  nicht berücksichtigt ist, hat nur einen Teil der zu erwartenden Kosten genannt bekommen. Es kommt zwar durchaus vor, dass das Familiengericht entgegen der obergerichtlichen Rechtsprechung den Wert für den Versorgungsausgleich zu niedrig oder aber gar nicht festsetzt, wogegen man sich nicht beschweren, jedoch auch keinesfalls damit kalkulieren sollte.

Kosten Scheidung ohne Versorgungsausgleich

Die meisten Familiengerichte nehmen bei einem nicht durchzuführenden Versorgungsausgleich wegen kurzer Ehezeit oder Ausschluss aufgrund Vereinbarung einen Verfahrenswert in Höhe von EUR 1.000,00 (Mindeststreitwert), wenige wie oben erläutert 10 Prozent des 3fachen Monatsnettoeinkommen beider Ehegatten pro nicht ausgeglichener Versorgung für das Versorgungsausgleichsverfahren an.

Verfahrenswert weitere Folgesachen

Sind weitere Scheidungsfolgen durch das Gericht zu entscheiden, werden auch für diese ein Verfahrenswert festgesetzt. Diese werden, wenn diese innerhalb des Scheidunsgverbundes verhandelt werden, zu den obigen Werten hinzuaddiert.


 

Konkrete Kosten des Scheidungsverfahrens

Nach Ermittlung des Gesamtverfahrenswertes werden die Gerichtskosten und Anwaltsgebühren entsprechend den gesetzlichen Vorgaben berechnet. In dem Beispiel oben ergibt sich ein Gesamtwert in Höhe EUR 14.400,00 (EUR 12.000,00 Ehescheidung + EUR 2.400,00 Versorgungsausgleich), so dass für eine einvernehmliche Scheidung in unserem Beispiel insgesamt Kosten in Höhe EUR 2.543,55 anfallen, wie Sie unserer Gebührentabelle entnehmen können.

Die Zahlen basieren auf den gesetzlichen Mindestgebühren. Da der Wert der Scheidung mit wenigsten EUR 3.000,00 angesetzt und der Versorgungsausgleich auch bei Nichtdurchführung mit mindestens EUR 1.000,00 zu berücksichtigt ist, beträgt der Verfahrenswert einer Scheidung mit Versorgungsausgleich in der Regel immer mindestens EUR 4.000,00. Wer Ihnen Beispielsberechnungen mit einem Verfahrenswert von EUR 3.000,00 auf seiner Seite präsentiert, kennt die gerichtliche Praxis wahrscheinlich nicht.

Sprechen Sie uns auf die Möglichkeit einer Ratenzahlung an. Soweit Sie die Kosten für einen Rechtsanwalt und das Gericht aus eigenen Mitteln für Ihre Scheidung nicht bestreiten können, beantragen wir für Sie die Bewilligung von Verfahrenskostenhilfe (§§ 76 FamFG) im Scheidungsverfahren. Für die von Ihnen hierzu zu machenden Angaben, finden Sie im Bereich Downloads das entsprechende Formular (nebst Erläuterungen), welches Sie bequem am Bildschirm ausfüllen können.

Scheidung einreichen - Rechtsanwalt informiert Sie zum Ablauf und den Kosten Scheidung beantragen: Veranlassen Sie alles hierzu bundesweit bequem von zu Hause aus.  Für Fragen zum Ablauf und den voraussichtlichen Kosten stehen wir Ihnen gerne unter ✆ 06251 8565952 zur Verfügung. Wir reichen für Sie die Scheidung ein und begleiten Sie Schritt für Schritt bis zum Scheidungsbeschluss.

Direkt zur Anfrage Scheidung Online ↗

TIPP: Schauen Sie bei den verschiedenen Anbietern einer „Scheidung online“ in das Impressum, damit Sie wissen, wem Sie online Ihr Vertrauen schenken. Wo keine Anwaltskanzlei als Anbieter angegeben ist, werden Sie wahrscheinlich nur vermittelt.

Ihre Scheidung ist eine sehr persönliche und individuelle Angelegenheit. So sollte diese auch behandelt werden.

 


Auszug aus dem

Gesetz über Gerichtskosten in Familiensachen (FamGKG)

§ 43 Ehesachen

(1) In Ehesachen ist der Verfahrenswert unter Berücksichtigung aller Umstände des Einzelfalls, insbesondere des Umfangs und der Bedeutung der Sache und der Vermögens- und Einkommensverhältnisse der Ehegatten, nach Ermessen zu bestimmen. Der Wert darf nicht unter 3 000 Euro und nicht über 1 Million Euro angenommen werden.
(3) Für die Einkommensverhältnisse ist das in drei Monaten erzielte Nettoeinkommen der Ehegatten einzusetzen.

§ 50 Versorgungsausgleichssachen

(1) In Versorgungsausgleichssachen beträgt der Verfahrenswert für jedes Anrecht 10 Prozent, bei Ausgleichsansprüchen nach der Scheidung für jedes Anrecht 20 Prozent des in drei Monaten erzielten Nettoeinkommens der Ehegatten. Der Wert nach Satz 1 beträgt insgesamt mindestens 1 000 Euro.
(2) In Verfahren über einen Auskunftsanspruch oder über die Abtretung von Versorgungsansprüchen beträgt der Verfahrenswert 500 Euro.
(3) Ist der nach den Absätzen 1 und 2 bestimmte Wert nach den besonderen Umständen des Einzelfalls unbillig, kann das Gericht einen höheren oder einen niedrigeren Wert festsetzen.

 


 

Kostenschätzung Ihrer Scheidung Online

Die voraussichtlichen Kosten Ihrer Scheidung teilen wir Ihnen gerne kostenfrei telefonisch unter

06251 8565952 oder per E-Mail

mit. Hierzu benötigen wir von Ihnen wenigstens folgende Angaben:

– mtl. Nettoeinkommen Ehefrau
– mtl. Nettoeinkommen Ehemann
– Anzahl der gemeinsamen unterhaltsberechtigten Kinder
– Wurde der Versorgungsausgleich wirksam ausgeschlossen?
– Wieviel Versorgungen sind beim Versorgungsausgleich zu berücksichtigen?

Auf Wunsch überprüfen wir auch einen Ihnen bereits vorliegenden „Kostenvoranschlag“ auf Vollständig- und Richtigkeit.

Wir rechnen die Kosten für Sie nicht schön, um unser Angebot günstig erscheinen zu lassen, sondern geben Ihnen eine realistische Einschätzung der zu erwartenden Kosten Ihrer Scheidung. Die Höhe der Scheidungskosten ist alleine abhängig von der Verfahrenswertfestsetzung durch das Familiengericht. Durch unsere praxisnahe Schätzung werden Sie vor „bösen Überraschungen“ nach Abschluss des Verfahrens bewahrt.

Gerne können Sie auch unser Online-Formular verwenden:

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