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Lexikon der Online Scheidung

Scheidung schnell und günstig?

Marketingaussagen bei der Scheidung online und deren Bedeutung

Was mit Online Scheidung oder Scheidung online gemeint ist, haben wir bereits genauer auf unserer Seite Online Scheidung erläutert. Dies ist nichts weiter, als einen Scheidungsanwalt über das Internet zu beauftragen, wie Sie hier nachlesen können. Wie funktioniert die sog. Online Scheidung? Die Scheidung wird mittels Scheidungsantrag durch einen Rechtsanwalt beim örtlich zuständigen Familiengericht eingereicht. Die für den Scheidungsantrag erforderlichen Angaben wurden zuvor per Online Formular an den Anwalt gesandt. Wie wir wissen, ist diese einfache Form der Kontaktaufnahme auch der Grund dafür, dass das Angebot hier gerne wahrgenommen wird.

Die Werbung bei der Scheidung onlineIst die Online Scheidung mehr? Das ist sie nicht. Besondere Kosten der Online Scheidung gibt es nicht. Gerne wird Sie aber als einfache, günstige und moderne Form der Ehescheidung verkauft. Hierzu werden bei einigen Anbietern einer Online Scheidung Begrifflichkeiten verwendet, die irreführend oder zumindest auf den ersten Blick missverständlich sein können. Nachfolgend haben wir Ihnen einige Begriffe und Aussagen verschiedener Anbieter einer Online Scheidung aufgelistet und kurz erläutert, was tatsächlich dahinter steckt. Was ist der beste Scheidungsservice oder eine Servicewelt für die Scheidung? Gibt es die moderne Form der Scheidung in De​utschland? Ist eine Online Scheidung seriös? Ist die Scheidung online tatsächlich einfach, schnell & günstig oder wird hier nur missverständliche Werbung oder ein irreführendes Marketing betrieben? Beurteilen Sie selbst.

Lesen Sie, was hinter den folgenden Aussagen und Begriffen tatsächlich steckt:

 

Schnelle Scheidung online

Sobald der Scheidungsantrag durch Ihren Rechtsanwalt beim zuständigen Familiengericht eingereicht wurde, ist das Verfahren bei Gericht immer gleich. Es spielt hierbei keine Rolle, ob Sie Ihren Scheidungsanwalt online oder konventionell in dessen Kanzlei beauftragt haben. Ein möglicher Zeitvorteil kann sich daher allenfalls von Ihrer ersten Kontaktaufnahme bis zur Einreichung des Scheidungsantrages ergeben. Im Verhältnis zur Dauer des Scheidungsverfahrens wird sich dieser Zeitvorteil u.U. relativieren. Und ob Ihr Anwalt schnell arbeitet, ist sicherlich nicht unbedingt davon abhängig, ob er online oder in der Kanzlei beauftragt wurde.

 

Ihre Scheidung in nur 1h ( oder 3h / 4h) bei Gericht

Innerhalb einer Stunde oder wenigen Stunden die Scheidung bei Gericht einzureichen, wird an mancher Stelle angeboten. Schnell und gut funktioniert allerdings häufig nicht. Wie die Erfahrung in der Praxis zeigt, lässt eine entsprechende schnelle Einreichung des Scheidungsantrages häufig keine Möglichkeit, den Antragsteller ausreichend zur Scheidung aufzuklären und zu beraten. Im Interesse des Antragstellers ist dies kaum, da so schnell auch vermeidbare Probleme übersehen werden. Ein Telefonat vor Einreichung des Scheidungsantrages bringt häufig Aspekte zu Tage, die bei Absendung des Scheidungsformulars nicht bedacht wurden. Für den Anwalt oder das Scheidungsportal ist die sofortige Einreichung des Scheidungsantrages direkt bzw. eine oder wenige Stunden nach Übersendung des Scheidungsformulars durch den Antragsteller allerdings durchaus von Interesse und lukrativ, da mit der Einreichung des Scheidungsantrages das Mandat erteilt und mehr als die Hälfte der insgesamt im Scheidungsverfahren anfallenden Rechtsanwaltsgebühren entstanden sind. Zeit für eine Beratung hat sich der Anwalt auch gespart und erhält trotzdem nicht weniger Gebühren. Die nicht hinreichende Aufklärung und Beratung wird bei entsprechenden Anbietern offensichtlich mit Blick auf die schnelle Mandatserteilung hingenommen. Anwaltliche Fürsorgepflicht sieht anders aus.

 

Kostengünstige Scheidung / Günstige Online-Scheidung / Vorbildlicher Preis / Scheidungskosten - günstig, preiswert, sparen

Die Kosten einer Scheidung (Rechtsanwalt und Gericht) sind gesetzlich festgelegt, so dass sich in Bezug auf die Gebühren für das Gericht und den Anwalt kein Kostenvorteil bei dem Weg über eine Online Scheidung ergibt. Sparen können Sie unter Umständen Fahrtkosten zum Anwalt, da die Beauftragung online erfolgt. Die Höhe der Gebühren ist abhängig vom Verfahrenswert. Dieser wiederum hängt von den Einkommens- und Vermögensverhältnissen der Ehegatten sowie dem Umfang des Streits ab. Die Scheidung ohne Streit, die sog. einvernehmliche Scheidung, ist die günstigste Möglichkeit, sich scheiden zu lassen. Dies ist allerdings keine Besonderheit der Internetscheidung. Die günstigste Scheidung werden und können Sie im Internet nicht finden. Dass es die Verfahrenswertreduzierung bei einer einvernehmlichen Scheidung faktisch nicht gibt, weiß zumindest der in der Praxis tätige Rechtsanwalt und der Familienrichter ohnehin.

 

Moderne Form der Scheidung / Alternative zur herkömmlichen Scheidung / neue Form der Scheidungsabwicklung

Das Scheidungsverfahren ist im Gesetz über das Verfahren in Familiensachen und in den Angelegenheiten der freiwilligen Gerichtsbarkeit (FamFG) geregelt. Der Scheidungsantrag ist durch einen Rechtsanwalt mittels einer Antragsschrift einzureichen, worüber das Gericht abschließend aufgrund einer mündlichen Verhandlung entscheidet. Dies unabhängig davon, ob der Scheidungsanwalt in dessen Kanzlei oder online beauftragt wurde. Das Verfahren beim Familiengericht ist daher immer gleich. Vollmundige Anpreisungen einer modernen Scheidung sind daher nichts weiter als Marketingbegriffe, die gerne auf Internetseiten von Nichtanwälten und selbsternannter Vergleichsportale genutzt werden, welche nur den Geschäftszweck haben, einen Scheidungsanwalt zu vermitteln und daher von Ihrer Scheidung profitieren möchten. Dies ist sicherlich keine Alternative zur „herkömmlichen Scheidung“. Und wer möchte sich schon abwickeln lassen bei der Scheidung, statt anwaltlich beraten und betreut zu werden? Dass der „Scheidungsservice“ mit „komplett digitalen Prozessen“ in Ihrem Sinne ist, darf zumindest bezweifelt werden. Info: Ablauf Scheidungsverfahren

 

Von zu Hause aus sich scheiden lassen / Online scheiden lassen / Einvernehmliche Scheidung per Mausklick

Alle diese Aussagen sind schlicht falsch und daher offensichtlich auf eine Irreführung Ihrerseits ausgelegt. Sie können sich nicht von zu Hause aus, sondern nur durch das Gericht scheiden lassen. Dies ist nicht online und deshalb auch nicht per Mausklick möglich. Es gibt nur einen Weg, sich scheiden zu lassen.

 

Einfach von Zuhause aus Ihren Scheidungsantrag stellen / einfach von zu Hause aus den Scheidungsantrag online einreichen / Online Scheidungsantrag / Scheidung einfach von zu Hause beantragen

Hier wird suggeriert, Sie könnten selbst die Scheidung einreichen oder veranlassen. Tatsächlich können Sie weder selbst noch online einen Scheidungsantrag stellen oder einreichen. Es gibt nur einen Weg, die Scheidung einzureichen. Dazu benötigen Sie zwingend einen Rechtsanwalt, den Sie in dessen Kanzlei oder online beauftragen können. Eine Scheidung ohne Anwalt gibt es nicht. Schauen Sie in das Impressum auf Seiten mit entsprechenden Aussagen. Hier möchte wahrscheinlich jemand durch Vermittlung eines Anwaltes an Ihrer Scheidung mitverdienen.

 

Scheidung leicht gemacht / Unkomplizierte Scheidung über das Internet

Wenn bei Ihnen Probleme oder Streitigkeiten im Rahmen der Scheidung zu erwarten sind, führt der Weg über eine Online Scheidung nicht dazu, dass die Scheidung unkomplizierter wird. Der Weg, die Scheidung einzureichen, und das gerichtliche Verfahren ist immer gleich. Die unzutreffende Bezeichnung „Scheidung über das Internet“ oder „Scheidung leicht gemacht“ kann daher suggerieren, die problembehaftete Scheidung sei über diesen Weg tatsächlich unkomplizierter oder leichter. Tatsächlich ist das Scheidungsverfahren kein besonderes. Die Besonderheit ist nur, dass der Kontakt zum eigenen Scheidungsanwalt über das Internet hergestellt wird. Das macht die eigene Scheidung rechtlich oder emotional nicht unkomplizierter oder einfacher. Den für viele emotional schweren Schritt des Scheidungstermins haben Sie so oder so noch vor sich. Der findet nämlich nicht digital, sondern ganz analog im Gerichtssaal statt. Am einfachsten wird die Scheidung immer dann, wenn vorab ein – auch telefonisches – Beratungsgespräch mit dem Anwalt stattgefunden hat, da so vermeidbare Probleme zeitig erkannt und bestehende Ängste genommen werden.

 

Scheidung kostenlos / Gratisscheidung / Scheidung zum Nulltarif

Jede Scheidung kostet Geld und kann daher begrifflich schon nicht kostenlos sein. Wer nicht in der Lage ist, die Kosten einer Scheidung aus eigenen Mitteln aufzubringen, hat die Möglichkeit, Verfahrenskostenhilfe (VKH) für die Scheidung zu beantragen. Die Kosten werden dann aus der Staatskasse getragen und können bei Veränderung der wirtschaftlichen Verhältnisse zurückgefordert werden.

 

Prozesskostenhilfe (PKH) bei Scheidung

Nach dem seit dem 01.09.2009 geltenden Gesetz über das Verfahren in Familiensachen und in den Angelegenheiten der freiwilligen Gerichtsbarkeit (FamFG) wird die frühere Prozesskostenhilfe im Scheidungsverfahren Verfahrenskostenhilfe (VKH) genannt, da es sich nicht mehr um einen Prozess entsprechend der Zivilprozessordnung (ZPO) handelt. Nach derart langer Zeit der Gesetzesänderung sollten unzutreffende Begrifflichkeiten nicht mehr verwendet werden. Ihr Anwalt wird bei Gericht auch nicht mit besonderer Kompetenz glänzen, wenn dieser den Begriff Prozesskostenhilfe statt dem seit  2009 für das familienrechtliche Verfahren normierten Begriff Verfahrenskostenhilfe verwendet.

 

Gratis Kostenvoranschlag anfordern

Die Kosten einer Scheidung können nicht veranschlagt werden, da die Höhe gesetzlich geregelt ist. Bei jedem Scheidungsanwalt werden Sie in der Regel auch kostenfrei eine Auskunft darüber erhalten, wie hoch die Kosten Ihrer Scheidung sein werden. Durch Falschbezeichnung soll offensichtlich der unzutreffende Eindruck erweckt werden, Sie würden ein sonst kostenpflichtiges individuelles Angebot erhalten. Einen gratis Kostenvoranschlag und ein individuelles Angebot gibt es im Scheidungsrecht nicht. Anders als bei einem Handwerker, der mühsam die erforderlichen Arbeiten und Preise des Materials ermitteln muss, um einen Kostenvoranschlag erstellen zu können, ist für die Ermittlung der Scheidungskosten nur ein kurzer Blick in die Tabelle der gesetzlichen Gebühren erforderlich.

 

Nirgendwo günstiger / Keiner kann die Scheidung günstiger anbieten / Ihre Scheidung so günstig und preiswert wie möglich / Beim Preis kann man uns nicht unterbieten

Die Aussage „Nirgendwo-günstiger“ ist nicht zu Ende gedacht, da diese objektiv falsch ist, was hier nicht vertieft werden soll. Diese oder ähnliche Aussagen sollen offensichtlich suggerieren, die Scheidung sei dort günstiger, obwohl aufgrund der gesetzlich geregelten Gebührenhöhe ein anderer Anwalt auch nicht mehr abrechnen könnte, es sei denn, er hätte dies mit Ihnen schriftlich vereinbart. Die günstigste Scheidung im Internet gibt es nicht. Die Scheidung kostet bei Anwalt A in der Regel genauso viel wie bei Anwalt B. Die Höhe der Kosten bestimmt das Familiengericht, indem es am Ende des Verfahrens den Verfahrenswert festsetzt. Bei der Online Scheidung heißt nirgendwo günstiger also nur, dass in der Regel überall die gleichen Gebühren anfallen. Man könnte daher auch sagen, ohne Honorarvereinbarung nirgendwo teurer.

 

Antrag auf Streitwertreduzierung um 20%, 25% o. 30% schon im Scheidungsantrag

Der oft zu findende Hinweis, dass bei einer einvernehmlichen Scheidung eine „Streitwertreduzierung“ um bis zu 25 – 30% erfolgt, entspricht nicht der gängigen Praxis und ist nur ein Marketinginstrument, Ihnen die Hoffnung einer günstigen Scheidung zu machen. Eine Beantragung schon im Scheidungsantrag ist zudem verfahrenstaktisch nicht sehr geschickt. Mit besonderer Kompetenz glänzt Ihr Anwalt beim Familiengericht auch nicht, wenn dieser den Begriff Streitwert verwendet, da der Gegenstandswert im Scheidungsverfahren bereits seit 2009 gesetzlich normiert Verfahrenswert heißt. Mehr Info

 

Streitwert der Scheidung

Seit dem 01.09.2009 gilt das Gesetz über das Verfahren in Familiensachen und in den Angelegenheiten der freiwilligen Gerichtsbarkeit (FamFG) und das Gesetz über Gerichtskosten in Familiensachen (FamGKG). Der Gegenstandswert im Scheidungsverfahren nennt sich danach nicht mehr Streitwert sondern Verfahrenswert, da es sich nicht mehr um einen Prozess entsprechend der Zivilprozessordnung (ZPO) handelt und das Gerichtskostengesetz (GKG) nicht mehr anwendbar ist. Wer aktuelle Informationen zur Scheidung bereitstellt, sollte nach derart langer Zeit der Gesetzesänderung keine unzutreffenden Begrifflichkeiten mehr verwenden. Ihr Anwalt wird bei Gericht auch nicht mit besonderer Kompetenz glänzen, wenn dieser den Begriff Streitwert statt dem seit  2009 für das familienrechtliche Verfahren normierten Begriff Verfahrenswert verwendet.

 

Einvernehmliche Scheidung spart 50% Scheidungskosten

Diese Aussage ist bereits mathematisch falsch. Der Scheidungsantrag muss für den Antragsteller durch einen Rechtsanwalt eingereicht werden. Bei einer einvernehmlichen Scheidung kann der Antragsgegner auch ohne Anwalt der Scheidung zustimmen. Sparen kann dann der Antragsteller aber nur, wenn dieser mit dem Antragsgegner die Teilung der Scheidungskosten vereinbart. Gespart werden dann durch den Antragsteller 50% der Rechtsanwaltskosten und nicht der Scheidungskosten, da sich an der Höhe der Gerichtskosten nichts ändert. Mehr Info

 

Geld-zurück-Garantie

Der eine oder andere selbsternannte Scheidungsservice, nach den AGB´s aber ein Anwaltsvermittler,  bietet eine Geld-zurück-Garantie für den Fall an, dass der vermittelte Rechtsanwalt nicht innerhalb von 2 Wochen tätig geworden ist, nachdem an den Scheidungsservice bereits ein Vorschuss gezahlt wurde. 14 Tage nach Zahlung des Vorschusses warten ist bei einer angeblich schnellen Scheidung eine lange Zeit. Und warum bekommt ein Anwaltsvermittler Geld, was der zu vermittelnde Anwalt eigentlich erst noch verdienen muss? Wenn der Anwalt nicht tätig geworden ist, sind auch keine Gebühren entstanden. Das Geld können Sie daher auch dann zurückfordern, wenn Sie das Mandat einfach kündigen. Die Zahlung eines Vorschusses muss aber gar nicht sein. Viele Anwaltskanzleien bieten eine Scheidung online an, ohne einen Vorschuss zu verlangen. Erkundigen Sie sich daher vorher bei dem konkreten Rechtsanwalt, wann eine Zahlung zu erfolgen hat. Grundsätzlich darf ein Anwalt zwar seine Tätigkeit von der Zahlung eines Vorschusses abhängig machen. Diesen dann trotzdem zu beauftragen, ist allerdings alleine Ihre Entscheidung.

 

Scheidungsservice / Servicewelt für die Scheidung

Sie können nirgendwo im Internet selber die Scheidung online einreichen, eine Servicewelt oder einen Scheidungsservice in Anspruch nehmen, sondern nur einen Rechtsanwalt mit der Durchführung des Scheidungsverfahren beauftragen. Dies entweder in dessen Kanzlei oder auch online. Die Begriffe werden von Gesellschaften verwandt, deren sog. Service und Geschäftsmodell darin besteht, Sie an einen Scheidungsanwalt zu vermitteln und damit nicht mit Angeboten von Rechtsanwälten zu vergleichen sind. Es ist daher nicht alles wie es scheint. Dass es sich nur um eine Anwaltsvermittlung handelt, wird auch nur verdeckt offenbart und ist etwas klarer nur in den AGB´s zu entdecken. Aussagen wie in der Online Werbung „… von zu Hause aus Ihren Scheidungsantrag stellen“ sind bei nüchterner Betrachtunsgweise jedenfalls schlicht gelogen. Erfahrene und handverlesene Top-Vertrauensanwälte und Partneranwälte sind bei diesem Geschäftsmodell schönredende Wortschöpfungen der entsprechenden Gesellschaften als Bezeichnung von Anwälten, die den Gesellschaften als Anwaltsvermittler Umsätze bescheren.

 

Blitzscheidung

Als Voraussetzung der Scheidung muss in der Regel das Trennungsjahr abgelaufen sein. Dies gilt ausnahmsweise nicht, wenn Härtefallgründe vorliegen. Da dann das Trennungsjahr nicht abgewartet werden muss, wird hier oft der irreführende Begriff „Blitzscheidung“ verwandt. Da Härtefallgründe bei Gericht dargelegt und bewiesen werden müssen, kann ein entsprechendes Verfahren länger dauern als die Einreichung der Scheidung nach einem Jahr Trennung. Schneller ist eine Härtefallscheidung daher meist nicht in der Praxis.

 

Ehe annullieren

Eine Annullierung bedeutet, etwas für nichtig zu erklären, also als von Anfang an unwirksam anzusehen. Dies ist auch die allgemeine Vorstellung zur Bedeutung. Entsprechendes kennt das deutsche Recht bei einer Ehe bereits seit 1998 nicht mehr. Neben der Scheidung gibt es nur die Aufhebung der Ehe. Anders als die Annullierung wirkt diese aber nicht rückwirkend. Die Ehe gilt mit Rechtskraft der Entscheidung über die Aufhebung – wie auch bei der Ehescheidung – als aufgelöst. Wer also auf dessen Seite von Annullierung der Ehe spricht und hierbei die zu beachtenden Fristen und die Voraussetzung der Eheaufhebung besonders hervorhebt, kennt entweder die Gesetzeslage nicht oder versucht Sie aufgrund einer falschen Vorstellung auf deren Seite zu locken. Deshalb im Klartext: Es gibt keine Annullierung der Ehe, Widerruf oder Rücktritt im deutschen Zivilrecht und die Aufhebung der Ehe wirkt nicht rückwirkend. Die Wirkung der Hochzeit lässt sich daher nicht nachträglich beseitigen, sondern nur die bestehende Ehe durch Aufhebung oder Scheidung durch gerichtliche Entscheidung auflösen. Dies gilt auch, wenn Sie bereits kurz nach der Heirat feststellen, dass die Hochzeit ein Fehler war. In der Praxis sind Fälle einer Aufhebung selten.

Mehr Info

 

Scheidung online gibt es!

So und ähnlich wurde speziell von Anwaltsvermittlern die Pressemitteilung ausgeschlachtet, dass beim Familiengericht Erfurt die Eheleute im Wege der Bild- und Tonübertragung beim Scheidungstermin teilgenommen haben. Diese Online Scheidung per Videokonferenz werde bisher nur selten angewandt, so die weiteren Ausführung eines Anwaltsvermittlers. Auch das war alles nur Marketing und sicher keine Online Scheidung, wie Sie hier nachlesen können.

 

Wie Sie sehen, ist nicht alles wie es erst mal klingt. Deshalb kurz Klartext:

Wenn Sie Online Scheidung, Scheidung online oder Scheidung über das Internet oder ähnliche Formulierungen lesen, ist immer das Gleiche gemeint: Für die Scheidung können Sie einen Anwalt (auch) online beauftragen. Diese Begriffe sind nicht gesetzlich normiert. Das Verfahren beim Familiengericht ändert sich daher nicht und ist auch nicht besonders geregelt. Da die Online Scheidung nicht besonders gesetzlich geregelt ist, sind auch die Kosten nicht günstiger. Die gesetzlichen Voraussetzungen und das Verfahren bei einer Scheidung sowie das Kostenrecht sind deutschlandweit einheitlich. Wer seine hochsensiblen Daten auf einer Seite von Nichtanwälten eingibt, die vorgibt, eine Online Scheidung anzubieten, ist bei einem Anwaltsvermittler gelandet. Alleine die Vermittlung des Mandates an einen Anwalt ist der dortige Geschäftszweck. Ein kurzer Blick in das Impressum und die Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB´s) offenbart dies.

Werbung bei der Online-Scheidung

Der Wettbewerb ist groß. Die Werbung entsprechend aggressiv. Wer in der Suchmaschine oben erscheinen möchte, kann Anzeigen schalten. Diese erscheinen dann vor den eigentlichen Treffern mit einer kleinen Kennzeichnung als Anzeige. Wer bei der größten Suchmaschine oben erscheinen möchte, legt sein Budget selbst fest und bestimmt damit den Preis für einen Klick. Wer glaubt, man bewege sich hier im Cent-Bereich, täuscht sich. Schnell entstehen dabei für einen einzigen Klick auf eine Anzeige bei den Suchbegriffen „Online Scheidung“ oder „Scheidung online“ Werbekosten in Höhe von rund EUR 25.00. Wer so viel für Werbung ausgibt, braucht auch Einnahmen und hat nichts zu verschenken bei der angeblich günstigen Scheidung. All diese Werbung oder ein TV-Spot ändern allerdings nichts an der Tatsache, dass die Kosten einer Scheidung gesetzlich geregelt sind und es daher über den Preis keinen Wettbewerb gibt, auch wenn versucht wird, dies so darzustellen. Auch die Aussage auf Seiten, insbesondere von Nichtanwälten, die eigentlich nur Anwaltsvermittler sind, man könne dort die Scheidung einreichen, den Scheidungsantrag stellen oder eine moderne Form der Scheidung durchführen, ändert nichts an der Tatsache, dass nur das Familiengericht die Scheidung aussprechen kann und ein entsprechender Antrag dort zwingend durch einen Rechtsanwalt gestellt werden muss. Es ist daher heute alles wie auch früher. Auch in den 90iger Jahren des letzten Jahrhunderts haben Anwälte schon online mit deren Mandanten kommuniziert. Nicht weil die Werbung suggeriert hat, es werde dann billiger, sondern weil es meist einfach der kürzeste Kommunikationsweg war. Neu ist inzwischen nur, dass viele an Ihrer Scheidung mitverdienen möchten. Wozu benötigt man einen Anwaltsvermittler, um einen Anwalt zu beauftragen, den man nicht selbst auswählt? Günstiger wird es dadurch nicht.

Lassen Sie sich daher nicht aufs Glatteis führen. Die günstigste Scheidung ist nicht die Online Scheidung oder im Internet zu finden, sondern immer die einvernehmliche Scheidung, wenn sich der Antragsteller der Scheidung die Kosten mit dem Antragsgegner teilt. Den Anwalt für das Scheidungsverfahren können Sie wie schon immer analog in dessen Kanzlei oder wie schon seit Jahrzehnten über das Internet beauftragen. Ein Anwaltsvermittler macht die Ehescheidung nicht günstiger und schon gar nicht einfacher oder unkomplizierter. Wie auch?

 

Fehlvorstellungen bei der Scheidung online

Suchen zur Online Scheidung
Woher kommt die falsche Vorstellung von einer Online Scheidung?

Was genau unter einer Scheidung online zu verstehen ist, scheint bei einigen im Internet unklar zu sein, wie die Suchvorschläge in den Suchmaschinen belegen. Möglichweise ist dies von einigen Anbietern und deren Werbung auch so gewollt. Was konkret damit gemeint ist, können Sie auf unserer Seite Online Scheidung nachlesen.

Wählen Sie diesen Weg in Ihrem eigenen Interesse nur, wenn Sie einen kurzen Kommunikationsweg mit Ihrem Anwalt zu schätzen wissen. Dies ist der eigentliche und einzige  Vorteil der Online Scheidung und fragen Sie sich nicht, ob die Scheidung online sinnvoll ist.

Es gibt keinen Kostenvoranschlag einer Scheidung, faktisch keine Verfahrenswertreduzierung in der Praxis und keine günstigeren Gebühren bei einer Online Scheidung. Wer etwas anderes glaubt oder denkt, schneller zum Scheidungsbeschluss zu kommen, ist auf das Marketing bei mancher Seite einer Scheidung online reingefallen.

Die Scheidung online ist weder besser noch schlechter als eine Beauftragung in der Anwaltskanzlei, sondern einfach anders und nicht für jeden die optimale Lösung, für viele aber auch genau das Richtige.

 

 

 

Gerne begleiten wir Sie Schritt für Schritt bei Ihrer Scheidung. Als Interessenvertreter haben wir hierbei natürlich immer auch im Auge, dass Ihnen keine unnötigen Kosten entstehen. Dies unabhängig davon, ob Sie analog oder digital mit uns in Verbindung treten.

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Ihre Anfrage ist kostenlos und unverbindlich. Sie erhalten von uns umgehend eine kurze Zusammenfassung des Ablaufs der Scheidung sowie einen für Sie erstellten Entwurf eines Scheidungsantrages und eine Aufstellung der zu erwartenden Kosten. Erst danach entscheiden Sie, ob Sie uns mit der Einreichung Ihrer Scheidung beauftragen möchten. Die Eingaben der Daten dauern nur wenige Minuten:

1. Persönliche Angaben (Antragssteller/in)






2. Angaben Ehefrau / Ehemann / Lebenspartner/in (Antragsgegner/in)




3. Heirat und Trennung











4. Einkommen



5. Korrespondenz

6. Gemeinsame minderjährige Kinder






7. Anmerkungen und Fragen

8. Unterlagen


Geburtsurkinde Kind/er
Notarurkunde
Sonstiges

Hier können Sie Ihre Unterlagen hochladen:




Ihre Daten sind bei uns sicher. Alle Angaben die Sie hier oder auch am Telefon machen, werden streng vertraulich behandelt und nur von dem sachbearbeitenden Rechtsanwalt verwandt, um Ihre Anfrage zu beantworten. Selbst wenn es nicht zur Mandatserteilung kommt gilt uneingeschränkt die anwaltliche Schweigepflicht. Prüfen Sie das Impressum, bevor Sie auf einer anderen Seite Ihre Daten für eine Online-Scheidung übersenden, damit Ihre Daten nicht über einen Dritten an einen Ihnen nicht bekannten Rechtsanwalt geschickt werden. Nur eine Rechtsanwältin oder ein Rechtsanwalt kann nach aktueller Gesetzeslage für Sie den Antrag auf Ehescheidung beim Familiengericht stellen.

 

Nutzen Sie unser kostenfreies Orientierungsgespräch


 

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Übrigens: Der Rechtsanwalt darf nur Werbung machen, soweit sie über die berufliche Tätigkeit in Form und Inhalt sachlich unterrichtet (§ 43 b BRAO, §§ 6 – 10 BORA). Auch hieran müssen sich die pbigen Aussagen messen lassen.

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