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Wann ändert sich die Steuerklasse nach Trennung?

Steuerklasse bei Trennung und Scheidung

Steuerklasse nach Trennung und Scheidung
Steuerklasse bei Trennung

Eine Änderung der Steuerklasse unmittelbar nach Trennung ist für das laufende Kalenderjahr nicht erforderlich, denn eine gemeinsame Veranlagung ist letztmalig für das Jahr möglich, in dem die Trennung erfolgt ist. Im Kalenderjahr (01.01. – 31.12.) der Trennung ist eine Änderung der Steuerklassen daher nicht erforderlich. Erst für das Kalenderjahr, dass auf die Trennung folgt, müssen die Steuerklassen geändert werden. Dass eine Änderung erst nach der Scheidung erfolgen muss, ist ein Rechtsirrtum und leider als „Expertentipp“ auf mancher Seite im Internet zu lesen und kann zu hohen Steuernachzahlungen führen.

Beispiel: Die Eheleute trennen sich am 30.01.2019. Für das Jahr 2019 können die Eheleute noch eine gemeinsame Veranlagung bei der Steuererklärung wählen. Ab dem 01.01.2020 müssen die Steuerklassen zu I/I bzw. I/II geändert werden und eine gemeinsame Veranlagung ist nicht mehr möglich. Wäre die Trennung einen Monat früher am 30.12.2018 erfolgt, wäre eine gemeinsame Veranlagung nur noch für 2018 möglich gewesen und die Steuerklassen hätten zum 01.01.2019 geändert werden müssen. Für die richtige Steuerklasse kommt es daher nicht auf das Trennungsjahr oder die Scheidung an, sondern auf den Veranlagungszeitraum (Kalenderjahr), indem die Trennung erfolgt ist.

Sprechen Sie die Änderung der Steuerklassen während des laufenden Kalenderjahres und die gemeinsame Veranlagung ab. Eine gemeinsame Veranlagung kann von der besserverdienenden Seite verlangt werden, wenn der hierdurch entstehende Nachteil der anderen Seite finanziell ausgeglichen wird. Dieser Anspruch ist gerichtlich durchsetzbar. Trennung und Scheidung sind ohnehin eine finanzielle Belastung. Die Möglichkeit der Einsparung von Steuern im Rahmen der gemeinsamen Veranlagung sollte daher nicht verschenkt werden.

Wer auch im Kalenderjahr nach der Trennung noch die günstige Steuerklasse hat, zahlt zu wenig Lohnsteuer, was spätestens im Rahmen der Einkommenssteuererklärung zu einer Nachzahlung führen wird. Auch bei einer Trennung ohne Scheidung muss die Steuerklasse für das auf die Trennung folgende Kalendarjahr, also zum 01.01. geändert werden.

Ein Versöhnungsversuch kann unter Umständen dazu führen, dass in dem entsprechenden Kalenderjahr eine gemeinsame Veranlagung (wieder) möglich ist. Um hier keine Fehler zu machen, sollten Sie Ihren Steuerberater befragen.

Zusammenfassung Steuerklasse bei Trennung und Scheidung:

Bis zum 31.12 des Jahres, in dem Sie sich getrennt haben, sind die Steuerklassen 3 / 5 (III/V) oder 4 / 4 (IV/IV) möglich. Für das Folgejahr ab dem 01.01. müssen die Steuerklassen auf 1 / 1 (I/I) oder 1 / 2 (I/II) geändert werden und es ist keine gemeinsame Veranlagung mehr möglich. Wann Sie die Scheidung einreichen oder geschieden werden, spielt bei der Frage der Steuer(-klassen) keine Rolle. Wann das Trennungsjahr beginnt, ist ebenfalls unerheblich. Zum Jahreswechsel müssen die Steuerklassen geändert werden. Die unberechtigte Zusammenveranlagung kann den Tatbestand der Steuerhinterziehung erfüllen.

 

 

Weiteres zum Thema Steuern erfahren Sie auf unserer Seite Trennung, Scheidung, Scheidungskosten und Unterhalt – die Auswirkung auf die Steuern


 

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