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„Was ist, wenn ich mich nicht scheiden lasse? Ist die Trennung ohne Scheidung finanziell besser?“

Trennung ohne Scheidung

Muss ich mich scheiden lassen? Ist es sinnvoll, die Trennung ohne Scheidung zu vollziehen?

Kann man sich trennen ohne Scheidung? Man kann verheiratet sein und trotzdem getrennt leben. Wir leben im Jahr 2021 und in einer freien Gesellschaft, weshalb sich natürlich auch niemand scheiden lassen muss. Die Trennung ohne Scheidung ist daher grundsätzlich möglich und die freie Entscheidung beider Ehegatten. Entscheidet sich allerdings nur ein Ehegatte dazu, die Scheidung einzureichen, wird das Familiengericht auch gegen den Willen des anderen die Scheidung bei Vorliegen der Voraussetzungen aussprechen. Dies auch, wenn es vorher anders abgesprochen wurde. Die Trennung ohne Scheidung ist grundsätzlich nicht rechtswirksam vereinbar und die Scheidung nach einem Jahr Trennung meist möglich und auch durchsetzbar.

Trennung ohne ScheidungDauerhaft getrenntlebend ohne Scheidung

Wer sich dafür entscheidet, sich dauerhaft zu trennen, ohne die Scheidung zu beantragen, sollte sich in jedem Fall Gedanken darüber machen, was alles geregelt werden sollte oder könnte und was die Vorteile oder Nachteile einer Scheidung wären. Was für den einen Ehegatten ein Vorteil ist, wirkt sich meist als Nachteil für den anderen Ehegatten aus. In den meisten Fällen ist daher zumindest für einen Ehegatten die Trennung ohne Scheidung von Nachteil und daher nicht sinnvoll. Dies weil nie absehbar ist, wie sich die Zukunft entwickelt und der andere oder man selbst dann doch geschieden werden möchte. Nach den hiesigen Erfahrungen passiert dies häufig und zwar meist, wenn sich etwas im Leben ändert oder absehbar ist, dass sich dies in Zukunft ändern wird. Ein neuer Partner, eine Erkrankung, die berufliche Veränderung, der Umzug, die Schwangerschaft oder die Aussicht, bald in Rente zu gehen, lassen die Situation dann oft ganz anders erscheinen. War unter Umständen das Sparen der Kosten der Scheidung zunächst das Motiv, die Trennung ohne Scheidung zu vollziehen, stellt man dann doch fest, dass der Versorgungsausgleich oder der Zugewinn wirtschaftlich nachteilig sein kann. Das Problem hierbei ist, dass der Stichtag für die Berechnung in beiden Fällen von der Zustellung des Scheidungsantrages durch das Gericht abhängt und so lange Trennungszeiten beim Ausgleich einzubeziehen sind. Auch ein möglicher Trennungsunterhalt ist bis zur Rechtskraft der Scheidung denkbar, so dass dieser auch bei aller Einigkeit möglicherweise vom „Amt“ geltend gemacht wird, wenn der andere Ehegatte inzwischen auf Sozialleistungen aufgrund z.B. dauerhafter Arbeitslosigkeit, Krankheit oder Pflegebedürftigkeit angewiesen ist. Auch bleibt der andere Ehegatte gesetzlicher Erbe im Falle einer Trennung ohne Scheidung. Selbst die einvernehmliche Trennung ohne Scheidung birgt daher immer auch Risiken.

Steuer und Steuerklasse bei der Trennung ohne Scheidung

Die steuerlichen Vorteile bei einer Ehe sind, unabhängig davon, ab wann man getrennt lebt, ab dem folgenden Kalenderjahr nicht mehr gegeben. Ab dem 01.01. des Jahres, das auf die Trennung folgt, ist eine gemeinsame Veranlagung nicht mehr möglich und die Steuerklassen sind entsprechend zu ändern. Es ist ein Rechtsirrtum, dass die steuerlichen Vorteile erst durch die Scheidung wegfallen. Der Getrenntlebende zahlt daher genauso viel Steuern wie der Geschiedene. Steuerliche Aspekte sind beim Getrenntleben daher kein Grund, sich nicht scheiden zu lassen. Die Trennung nicht offiziell zu machen, um weiterhin die steuerlichen Vorteile zu nutzen, verwirklicht den Straftatbestand der Steuerhinterziehung (§ 370 AO). Die gemeinsame Steuererklärung trotz Trennung ist daher keine gute Idee. Bei der Steuererklärung müssen Sie im Rahmen der Einkommenssteuer unter Zeile 15 des Formulars angeben, seit wann Sie geschieden sind und seit wann Sie dauerhaft getrennt leben.

Wer sich im Jahr 2021 getrennt hat oder sich noch trennen wird, muss zum 01.01. des folgenden Jahrs die Steuerklasse ändern und kann nicht mehr eine gemeinsame Steuererklärung abgeben. Ob später eine Scheidung erfolgt oder nicht, spielt steuerlich keine Rolle. Auch nicht, wie lange die Trennungszeit bis zum Jahreswechsel ist. Ab dem 01.01. dürfen die Ehegatten nur die Steuerklassen I oder II haben. Steuerlich hat die Trennung ohne Scheidung daher keine Vorteile.

Auch das gemeinsame Haus ist nicht unbedingt ein Grund, die Scheidung nicht einzureichen. Die rechtliche Situation ändert sich mit der Scheidung nicht, wie Sie unter dem vorhergehenden Link nachlesen können.

Was ist zu beachten bei der Trennung ohne Scheidung?

Notarvertrag – Scheidungsfolgevereinbarung, Ehevertrag und Regelung zum VersorgungsausgleichTrennung ohne Scheidung – häufig keine gute Idee

Wer gleichwohl die Trennung ohne Scheidung vollziehen möchte, sollte sich daher über die möglichen negativen rechtlichen und damit wirtschaftlichen Folgen im Klaren sein und diese nach Möglichkeit durch Abschluss einer Scheidungsfolgenvereinbarung zumindest abmildern. Völlig beseitigen lassen sich die Folgen nicht, da z.B. das gesetzliche Erbrecht bestehen bleibt und allenfalls auf einen Pflichteilsanspruch reduzieren lässt. Die Vereinbarung beim Notar sollte möglichst unmittelbar nach der Trennung erfolgen. Erfahrungsgemäß ist eine Einigung nach z.B. 10 Jahren Trennung nicht mehr so einfach. Der andere Ehegatte verzichtet eher auf denkbare Vorteile in der Zukunft als auf längst durch die lange Trennungszeit realisierten Vorteile. Der Scheidungsantrag nach langer Trennungszeit kann dann oft teuer und der Preis bei z.B. der späteren Rentenzahlung spürbar werden. Alle Risiken und negativen Folgen lassen sich mit eine entsprechenden Trennungsvereinbarung nicht ausschließen.

Es muss nicht immer so extrem sein bei einer Trennung ohne Scheidung, wie in einem vom BGH entschiedenen Fall, bei dem der Ehemann schon Jahre von seiner Frau getrennt und mit seiner Lebengefährtin zusammen gelebt hat und an die Ehefrau den halben Lottogewinn in Höhe von rund 250.000 € als Zugewinnausgleich zahlen musste. Wäre der Scheidungsantrag vor dem Lotto spielen schon zugestellt gewesen oder der Zugewinnausgleich in einer Scheidungsfolgenvereinbarung geregelt worden, wäre die Ehefrau leer ausgegangen.

Auch ohne beabsichtigte Scheidung ist nach der Trennung daher meistens eine anwaltliche Beratung sinnvoll. Nur wer die Risiken kennt, kann auch entscheiden, ob er diese eingehen möchte und ob in der konkreten Situation die Trennung ohne Scheidung sinnvoll ist, was selten der Fall ist. Sich auf Erfahrungsberichte anderer Im Internet zu verlassen, macht jedenfalls keinen Sinn, da die eigene Situation ein ganz andere sein kann und Probleme in der Regel auch nicht während der Trennung, sondern im Falle der Scheidung auftreten. Im Rahmen unserer Scheidung online haben wir häufig Fälle, bei der eine Scheidung nach langer Trennungszeit erfolgen soll. Die Erfahrung zeigt, dass dann die Scheidung nach z.B. 10 Jahren Trennung oft problembehaftet ist und nicht die Trennungszeit selbst das Problem war. Erfahrungsberichte zur Trennung ohne Scheidung im Internet spiegeln meist nur die Erfahrungen wieder, die gemacht wurden, bevor das „Problem“ eingetreten ist, dass einer der Ehegatten jetzt doch die Scheidung nach vielen Jahren Trennung möchte.

Wer die Scheidung einreichen möchte, kann dies in den meisten Fällen nach einem Jahr Trennung auch durchsetzen. Häufig wird die Scheidung nur aus Angst hinausgezögert, die andere Seite würde der Scheidung nicht zustimmen. Spätestens nach 3 Jahren Trennung ist eine Scheidung in fast allen Fällen problemlos möglich.

Möchte der andere Ehegatte die Trennung, aber sich nicht scheiden lassen, steckt dahinter oft schlicht das Hinausschieben von Problemen oder das Vermeiden von Scheidungskosten. Manchmal aber auch das Bewusstsein des anderen Ehegatten, dass die lange Trennungszeit Vorteile für diesen hat.

Wie lange kann man getrennt leben ohne Scheidung?

Die Trennung ohne Scheidung ist grundsätzlich unbegrenzt möglich, sollte aber gut überlegt sein. Selten bietet diese Vorteile und kann spätestens bei einer späteren Scheidung zu erheblichen wirtschaftlichen Nachteilen führen. Wer die Nachteile nicht abschätzen kann, sollte sich anwaltlich beraten lassen.

 

Ummeldung, Hauptwohnung und Zweitwohnung bei der Trennung ohne Scheidung

Ab wann lebt man getrennt?Für die Frage, ob Sie im rechtlichen Sinne getrennt leben, spielt es keine Rolle, ob und wie Sie Ihren Wohnsitz angemeldet haben. Die Trennung ist ein rein tatsächlicher Vorgang. Gleiches gilt für die steuerliche Frage des dauerhaften Getrenntlebens. Eine andere Frage ist, wo Sie aufgrund der gesetzlichen Meldepflicht Ihre Wohnung anmelden müssen. Wer eine Wohnung bezieht, hat sich bei der Meldebehörde anzumelden. Gibt es mehrere Wohnungen, ist die vorwiegend benutze Wohnung die Hauptwohnung. Bei verheirateten Personen, die nicht dauernd getrennt leben, gilt die Wohnung der Familie als Hauptwohnung.

Wer also die Trennung ohne Scheidung vollzieht und daher dauerhaft getrennt in einer eigenen Wohnung lebt, muss die genutzte (bei einer Wohnung) oder die vorwiegend genutzte Wohnung (bei mehreren Wohnungen) als Hauptwohnung anmelden. Erfolgt die Trennung innerhalb der gemeinsamen Wohnung, bleibt die bisherige Wohnung weiterhin Hauptwohnung.

Wer sich nicht rechtzeitig oder falsch an- oder ummeldet, begeht u.U. eine Ordnungswidrigkeit, die mit einem Bußgeld geahndet werden kann. Falsche Angaben beim Finanzamt können auch strafrechtlich relevant sein und zu Steuernachzahlungen führen.

 

Scheidung ja oder nein?Zusammenfassung:  Kann man sich trennen ohne Scheidung?

Kann man trotz Trennung verheiratet bleiben?

Eine Trennung ohne Scheidung ist grundsätzlich möglich. Erfolgt nach langer Trennungszeit doch eine Scheidung, sind oft in der langen Trennungszeit wirtschaftliche Nachteile entstanden. Auch während der Trennung sieht man sich mitunter mit Ansprüchen konfrontiert, die nicht abgesehen wurden. Häufig ist daher eine Trennung ohne Scheidung nicht sinnvoll und birgt (oft nicht bedachte) Risiken. Erfahrungsberichte zur Trennung ohne Scheidung im Internet sollten mit Vorsicht genossen werden, denn nie spiegeln diese die eigene Situation wieder und fast immer haben sich zum Zeitpunkt des Verfassens eines solchen Erfahrungsberichts mögliche negative Folgen noch nicht verwirklicht.

 


 

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Aktualisiert am 31. August 2021 durch Rechtsanwalt Steinbach